Als ich heute Vormittag auf dem Radlader eines Freundes saß, da er mich gebeten hatte einen LKW an seiner Baustelle abzuladen, wurden bei mir Kindheitserinnerungen geweckt. Nach über 16 Jahren saß ich nochmals auf einer Baumaschine und musste daran denken, wie es war, als ich zum 1. Mal ganz alleine einen Bagger fahren durfte.

Es war der 06.02.1996, der Geburtstag meiner Oma, als ich damals im Alter von 10 Jahren zum 1. Mal ganz alleine Bagger auf unserem Grundstück fahren durfte. Damals ein JCB 3C Baujahr 1975, den ich am Samstag zuvor gemeinsam mit meinem Vater im tiefen Westerwald abgeholt hatte. Die Heimfahrt per Achse dauerte über 6 Stunden und es war sehr kalt, doch es machte Spaß. Als wir Zuhause angekommen waren, zeigte mein Vater mir dann, die einzelnen Funktionen, der vielen Hebel an der Baumaschine und erklärte mir in aller Ruhe worauf zu achten ist. Dann durfte ich noch kurz mit seiner Hilfe die Hebel bedienen und ein wenig mit dem Löffel spielen. Für mich war es sehr ungewohnt, da die Steuerung beim JCB damals über Kreuz ging.

Nachdem ich ihm am 06.02.1996 erst zugesehen hatte, durfte ich mich dann im Anschluss ganz alleine ausprobieren und bekam die Aufgabe ein kleines Loch von 3 x 3 Metern in der Wiese zu baggern, das ca. 1,5 Meter tief sein sollte. Den Dreck, den ich aus dem Loch ausgehoben hatte, sollte ich später dazu nutzen, um das Loch wieder sauber zu verfüllen. Es ging nur darum, ein wenig Übung im Umgang mit dem Baggerlader zu bekommen. Das Loch hatte sonst keine weitere Bedeutung.

JCB 3C

Auf einem solchen Bagger durfte ich das Baggerfahren erlernen.

Mir machte es natürlich sehr viel Spaß und ich war super stolz, dass ich in diesem Alter schon ganz alleine einen Bagger bedienen durfte, während andere Jungs in dem Alter von ihren Eltern weitaus weniger erlaubt bekamen.

Doch mein Vater wusste immer, dass er sich absolut auf mich verlassen konnte und ich keinen Unfug machen würde.

Ja, mein Papa hat mir vieles beigebracht, mir sehr viel Vertrauen geschenkt. 😘 Von ihm habe ich nie zu hören bekommen: „Du bist zu klein.“, „Das kannst du noch nicht.“, „Das schaffst du nicht.“ 🙏
Ich durfte ausprobieren und lernen. 🙏 Ich durfte auch Fehler machen und daraus lernen. 🙏 Die einzige Bedingung war, nie einen Fehler 2 Mal zu machen.
Genau dieses Vertrauen, was ich damals geschenkt bekommen habe, hat dazu beigetragen, dass ich mich jeder Herausforderung im Leben stellen konnte, ganz gleich wie groß und schwer sie war. 💪

Auch, wenn sich unsere Wege leider viel zu früh getrennt haben 😢 und er nicht mehr mitbekommen konnte, was ich heute alles auf die Beine gestellt habe, so hat er einen ganz erheblichen Anteil daran, das ich heute dort stehe, wo ich stehe. ❤️❤️❤️

Welche Rolle spielt Vertrauen in Deinem Leben?

Ob ein Mensch in seiner Kindheit Vertrauen geschenkt bekommt, oder nicht, hat einen ganz entscheidenden Einfluss auf sein späteres Leben. Mit allem Wissen, was ich heute besitze, bin ich davon überzeugt, dass Menschen, die in der Kindheit viel Vertrauen entgegengebracht bekommen haben, im späteren Verlauf des Lebens viel sicherer sind und mit den Herausforderungen, die einem das Leben schickt, ganz anders umgehen können.

Wie soll ein Mensch, der in seinem Leben nie Vertrauen gespürt hat ein gesundes Selbstvertrauen bekommen…? – Ein Mensch, der nie Vertrauen entgegengebracht bekommen hat, wird es im späteren Leben mit hoher Wahrscheinlichkeit sehr schwer haben, wenn er irgendwann an dem Punkt steht, eine wichtige Entscheidung treffen zu müssen.

Hast du Kinder? – Wenn ja, sagst du ihnen hin und wieder: „Du bist zu klein.“, „Das schaffst du nicht.“, „Das ist zu schwer für dich.“? – Oder dürfen die Kinder mit deiner Unterstützung ihre eigenen Erfahrungen sammeln und spüren, dass es da eine Person gibt, die sie dabei unterstützt und fördert?

Du kannst zwar den Weg deiner Kinder nicht bestimmen, doch es liegt ganz vieles in deiner Hand. – Sei dir dessen bitte immer bewusst.